Predigt
Zwei Lagerfeuer
[Fischer] Liebe Konfis, liebe Eltern, die Konfi-Zeit geht zu Ende. So ganz anders ist sie verlaufen, als wir uns das vorgestellt hatten. Wir hatten große Pläne, von Konficamp und Übernachtung; von vielen…
Gottesdienste und Anlässe
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16.10.2021
· 18:00 Uhr
· Pauluskirche
Konfirmandenabendmahl
[Fischer] Liebe Konfis, liebe Eltern, die Konfi-Zeit geht zu Ende. So ganz anders ist sie verlaufen, als wir uns das vorgestellt hatten. Wir hatten große Pläne, von Konficamp und Übernachtung; von vielen großen und kleinen Unternehmungen; vom gemeinsamen Lernen in der Groß- und Kleingruppe. Ja, und dann kam Corona. Und statt gemeinsamer Aktionen machten wir Konfirmandenunterricht am Computer. Es lief so ganz anders wie geplant.
Ganz anders lief es auch bei Petrus. Wie war er glücklich über die gemeinsame Zeit mit Jesus. Wie mochte er ihn. Sein Herz brannte in Zuneigung zu ihm. Und dann wurde Jesus verhaftet.
[Engele] [Johannes 18,15-18.26-27]
Simon Petrus aber folgte Jesus nach und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Palast des Hohenpriesters. Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da kam der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, heraus und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein. Da sprach die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sprach: Ich bin's nicht. Es standen da aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, denn es war kalt, und sie wärmten sich. Aber auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich. Spricht einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn. (Johannes 18,15-18.26-27)
[Fischer] Petrus, der Fels hat Jesus 3x verleugnet. Und das ist die offene Frage: Was macht Jesus mit einem, der versagt hat wie Petrus? Deshalb muss noch eine Geschichte am Schluss kommen, die ganz ähnlich ist wie die erste am Anfang.
Wir haben sie als Schriftlesung gehört
Nun sind sie wieder daheim: Petrus und Jakobus, Thomas und Johannes und einige andere. Sie sind zu siebt. Sie haben den weiten Weg von Jerusalem an den See Genezareth hinter sich gebracht.
Petrus sieht den See. Er sieht die [Engele]boote. Er erinnert sich: Ja, hier hat alles angefangen. Hier hat Jesus in seinem Boot gepredigt. Hier hat Jesus zu ihm gesagt: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen." Aber all das ist schon lange her. Viel ist seitdem geschehen. Viel hat Petrus mit Jesus und den anderen Jüngern zusammen erlebt.
Und nun war in der letzten Woche in Jerusalem nicht nur das Passah-Fest. sondern Jesus wurde gekreuzigt. Mit dem Menschenfangen ist es nichts geworden.
Deshalb sind nun alle wieder nach Hause gegangen, heim an den See. Vielleicht kann man sie dort wieder brauchen wie vorher.
[Engele] „Ich will fischen gehen",
[Fischer] sagt Petrus. Die anderen horchen auf. Keiner fragt:
[Engele] „Willst du etwa Menschen fangen?"
[Fischer] Jeder weiß: Petrus will wieder dort anfangen, wo er aufgehört hat, als Jesus ihn von den Netzen weggerufen hat.
Jeder kann noch seine Handgriffe gut. Jeder weiß noch, was er zu tun hat. Jeder tut, was er kann. Langsam lassen sie das Netz ins Wasser, Meter um Meter. Vorsichtig fahren sie einen großen Bogen. Dann ziehen sie das Netz herein, Stück um Stück. Aber es ist leer. Wieder versuchen sie es. Sie lassen das Netz langsam ins Wasser. Sie fahren den großen Bogen. Dann ziehen sie es heraus. Aber es ist vergeblich.
Endlich kommt der Morgen herauf. Sie fahren zurück.
Aber am Ufer steht Jesus. Petrus und Johannes und Jakobus und die anderen erkennen ihn nicht. Jesus steht schon da und wartet auf sie. Und dann sagt er:
[Engele] „Kinder, habt ihr nichts zu essen?"
[Fischer] Sie antworten ihm:
[Engele] „Nein, wir haben nichts. Alles, was wir heute Nacht versucht haben, war vergeblich."
[Fischer] Da sagt Jesus:
[Engele] „Fahrt noch einmal hinaus. Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes ins Wasser. Dann werdet ihr etwas finden."
[Fischer] Und merkwürdig: Keiner fragt:,
[Engele] Wer bist du?“
[Fischer] Keiner fragt:
[Engele] „Warum sollen wir jetzt noch einmal hinaus?“
[Fischer] Sie tun es einfach. Sie fahren hinaus. Sie werfen ihr Netz aus - auf der rechten Seite des Bootes, und so¬gleich spüren sie es: Das Netz wird voll! Es wird so voll, dass sie es nicht ins Schiff ziehen können vor der Menge der Fische. Da sagt ein Jünger zu Petrus:
[Engele] „Merkst du es? Das ist der Herr, der uns noch einmal herausgeschickt hat."
[Fischer] Als sie nun aussteigen aus dem Boot, da sehen sie: Dort am Land brennt ein Feuer. Kohlen brennen dort. Auf den Kohlen rösten Fische und Brot.
Und sie kommen und setzen sich. und noch einmal schießt es durch die Köpfe:
[Engele] „Wer ist er, der uns hier einlädt? Wer ist er, der uns diesen Fischfang beschert hat? Kann es Jesus sein? Kann es sein, dass Jesus zu uns gekommen ist, zu uns an den See? Kann es sein, dass er zu uns gekommen ist, zu denen, die ihm davongelaufen sind? Hilft Jesus uns in unserem ganz gewöhnlichen Alltag?“
[Fischer] Und dann nimmt Jesus das Brot und zerbricht es und gibt es ihnen. Und er nimmt von den Fischen und teilt sie aus, so wie sie es gewohnt sind und wie sie das von ihm kennen. Jesus gibt den [Engele]n zu essen. Er füllt ihnen die Hände. Und voller Staunen merken sie: Jesus war bei uns, auch in unserer Nacht. Sie sitzen am Kohlenfeuer.
Petrus ist es nicht recht wohl in einer Hand. Schlechte Erinnerungen kommen bei ihm hoch. Ja, einst am Lagerfeuer ist es so gekommen:
Ehe der Hahn kräht, wirst du mich in dieser Nacht dreimal verleugnen.
Jetzt ist Jesus wieder da. Was wird er sagen? Wieso darf Petrus überhaupt mit Jesus zu¬sammen essen? Warum ist Jesus überhaupt zu den Jüngern gekommen. Sie haben ihn doch alle erlassen.
Und dann fragt Jesus zu dreimal Petrus.
[Engele] „Hast du mich lieb?“
[Fischer] Und Petrus antwortet
[Engele] „Du weißt alles, was gewesen ist. Du weißt auch, dass ich dich lieb habe."
[Fischer] Und Jesus antwortet:
[Engele] „Ja. Ich weiß es. Ich brauche dich als meinen Helfer. Ich brauche dich als Helfer für die anderen. Gehe, weide meine Schafe."
[Fischer] Jesus kann jeden von uns gebrauchen. Mit Petrus feierte Jesus Abendmahl. Und auch Judas war mit dabei.
Menschen wie Du und ich. Keiner wird ausgeschlossen. Keiner muss perfekt sein, der zum Abendmahl kommt.
Er ist bei uns, auch wenn wir manchmal nicht weiter wissen. Und er wird bei uns sein, bei manchem neuen Anfang.
[Engele] Wie Eure Wege nun verlaufen? Auch uns Pfarrern fällt es schwer, euch ziehen zu lassen. In der Gemeinde haben wir viele Möglichkeiten, wo wir uns über Euer Mitwirken freuen würden. Von Jungschar, Waldheim bis zum Jugendkirchengemeinderat. Wir werden Euch nicht verplanen.
Das ist Eure Entscheidung. Wir hoffen aber, dass sich unsere Wege immer wieder kreuzen.
Ziehen lassen können wir Euch, weil wir darauf vertrauen, dass Gott Euch ist. Eure Herzen immer neu entflammen kann. Amen.
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